Publikationen

Das Pferd als Spiegel des eigenen Ich
Was wir mit und von Pferden lernen können


Kaum eine Gattung Tier hat das Führen und Sich-führen-Lassen, die Teamarbeit und Kommunikation derart perfektioniert wie das Pferd.
Beim Pferd ist es schlicht Überlebensstrategie. Für Frauen und Männer in ihren jeweiligen beruflichen Positionen oder persönlichen Lebenssituationen geht es um wichtige soziale Kompetenzen.
Führung ist mehr eine innere Haltung als eine Fähigkeit. Führen von Pferden ist wie bei Menschen nur unter bestimmten Bedingungen wirklich möglich. Die Beziehung muss stimmen, die Vertrauensbasis vorhanden sein, die zu erreichenden Ziele müssen klar vermittelt werden und die Kommunikation muss unmissverständlich sein.

 

„Pferde haben ein ähnliches Sozialverhalten wie wir Menschen", sagt Wolfgang Thoma, Horsemanship-Trainer am Sunnahof in Göfis. „Sie suchen Partnerschaft, Geborgenheit, Schutz, Sicherheit und sie reagieren nicht auf das, was wir sind, sondern auf das, was wir tun."
In den einzelnen Übungen mit den Pferden geht es darum, vom Pferd als Leitperson akzeptiert zu werden. Das gelingt nur Menschen, die wissen, was sie wollen, die mit dem Gegenüber in Beziehung treten und diese aufrecht erhalten können, die klar kommunizieren, fordern, Respekt ausstrahlen aber auch Feedback annehmen, dazu lernen und nicht vergessen zu loben. Erfüllt eine Führungsperson diese zentralen Ansprüche nicht, werden die Defizite vom Pferd sehr direkt aufgedeckt (beispielsweise durch Abwenden, fehlende Aufmerksamkeit, Ablenkungsmanöver, Verweigerung der Zusammenarbeit). So erfahren SeminarteilnehmerInnen, wie überzeugend sie wirken, wie klar sie kommunizieren, worin ihre Stärken und Schwächen liegen.
Wolfgang Thoma setzt in seinen Trainings mit Mensch und Pferd die Kraft der Körpersprache ein. „Jede Bewegung sendet eine Mitteilung aus. Also ist jede Reaktion des Pferdes eine direkte Antwort auf mein Auftreten", sagt er.

 

Diese Trainingseinheiten mit den Pferden sind in ein Seminar eingebunden, das zum Ziel authentisches Führungsverhalten, Motivationsfähigkeit und kommunikative Kompetenz hat. Die Arbeit mit Pferden kann auch im Zusammenhang mit Stress-Selbstmanagement erfolgreich eingesetzt werden, da auch die Überwindung von Ängsten sowie realistische Selbsteinschätzung eindrücklich erarbeitet werden können.


„Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie", schreib schon der deutsche Rittmeister Rudolf G.Binding Anfang des letzten Jahrhunderts in seiner „Reitvorschrift für eine Geliebte".
Das Tier als Spiegel und ehrlichen Feedback-Geber können wir uns zunutze machen für unsere persönliche Entwicklung und unsere Beziehungen zu uns anvertrauten Menschen.

Albert A. Feldkircher

 

Die Kunst der Pause

 

Selbst immer schneller werden: das ist kein Heilmittel gegen den Zeitdruck, unter dem viele Menschen - nicht nur Manager - heute leiden. Körper, Geist und Seele brauchen Oasen der Ruhe - auch während des Tages!

Kennen Sie das: sie fühlen sich ständig gehetzt, laufen von einem Termin zum anderen, von einer Erledigung zur nächsten? Der Tag ist einfach zu kurz...
Ärgern könnte man sich über die Typen, von den man hört und liest, dass sie wieder in den Urlaub fahren, dieses oder jenes genießen, ein Sabbat-Jahr nehmen.....
Und wann haben Sie sich zum letzten Mal so richtig entspannt und locker gefühlt?
Aber es muss ja nicht gleich heißen, alles wegzuschmeissen und abhauen: die Kunst der Pause kann uns helfen, Oasen in den Alltag einzubauen.
Das klingt vielleicht nach Büroschwätzchen, Coca-Cola oder mal eine rauchen - nach Zeitverschwendung also!? Nichts von dem: sinnvoll gestaltete Pausen helfen vor allem, unseren Aktionismus zu unterbrechen, die Scheuklappen herunterzunehmen, die Batterien wieder aufzuladen.


Wie? Es gibt nach Friedrich Ausländer, Unternehmensberater, drei Arten von Pausen:
1. Spontane Pausen: entsprechend dem Biorhythmus halten Sie nach etwa 70 Minuten kurz inne und hören in sich hinein. Ein paar tiefe Atemzüge, vielleicht fünf Kniebeugen, ein Blick auf ein Bild an der Wand oder die Vorstellung eines schönen Bildes.
2. Zufällige Pausen: Staus, Zugfahrten, Wartezeiten können zu Erholungszeiten umfunktioniert werden. Sie entscheiden letztlich darüber, ob Sie sich ärgern über Dinge, die Sie nicht ändern können, oder ob sie solche Gelegenheiten für sich nützen. Leben heißt schließlich, im Hier und Jetzt sein, wahrnehmen was eben passiert. Auch das was scheinbar „stört" reißt uns aus dem Alltag und kann nützlich sein.
3. Rhythmische Pausen: drei- bis viermal am Tag sollte jeder bewusst in die Stille gehen. Morgens vor der Arbeit, in der Mittagspause, am Nachmittag und nach der Arbeit am Abend. Zehn Minuten sind besser als fünf, fünf besser als gar nichts.
Wer regelmäßig und bewusst Pausen in den Alltag einbaut, lernt nicht nur das Wesentliche vom Unwichtigen zu trennen, sondern wird auch kreativer, offener für Einfälle und die Impulse von anderen. Pausenmuffel zahlen einen hohen Preis: die Lebensfreude kann verloren gehen. Wer sich Pausen gönnt, wird sich körperlich und seelisch besser fühlen.


Albert A. Feldkircher

Wertschöpfung durch Wertschätzung
MitarbeiterInnen sind wertvolle Ressourcen


Am Arbeitsmarkt ist mittel- und längerfristig eine Trendumkehr ersichtlich: von der Arbeits- zur Arbeiterlosigkeit! Konkret: zum Mangel an (qualifizierten) MitarbeiterInnen.
Dies wird aus Umfragen des deutschen Gallup-Instituts, aber auch bereits konkreten Erfahrungen amerikanischer und deutscher Unternehmen deutlich (s.Grafik 18).

Auf diesem Hintergrund wird verständlich, was Thomas Weisel, Vorstandsvorsitzender von Montgomery Securities Investimentbank, San Francisco, meint, wenn er behauptet: „MitarbeiterInnen sind unsere wertvollste Ressource."

So ist verständlich, dass der Bereich Personalentwicklung in immer mehr Unternehmen zur Chefsache erhoben wird. Große Unternehmen wie die Deutsche Bank AG, BMW, Lufthansa und andere setzen zunehmend auf Mitarbeiter-Bindung. Denn: mit jedem Mitarbeiter, der geht, verlässt auch ein Stück Wissen und Erfahrung das Unternehmen. Ganz abgesehen von den Kosten für die Firma: laut Gallup-Erhebung der 4fache Jahreslohn für eine Teilzeitkraft, der 1,7fache für eine Fachkraft und das 2-bis 4fache Jahresgehalt wenn ein Manager geht.

 

Bei den Kündigungsgründen scheint Geld nicht an vorderster Front auf, sondern:
Vorgesetzte ohne Führungsqualität, fehlendes Feedback, eine Kultur des Nicht-Lobs, Misstrauen und mangelnde Kommunikation (z.B. e-mails statt Gesprächen, wo ein solches angemessen wäre).
Nicht zu reden von den durchschnittlich 23% (!) MitarbeiterInnen, die innerlich gekündigt haben. Aus den selben Gründen. Aber aus praktischen Überlegungen nicht wirklich kündigen: persönliche Verpflichtungen, Familie, Wohnsitz, aber auch mangelndes Selbstvertrauen (z.B. wieder einen guten Job zu finden) sind einige Gründe.

Mitarbeiter wollen genau so bevorzugt behandelt werden wie Kunden.
Allzu oft erleben Männer wie Frauen an ihrem Arbeitsplatz von ihren Vorgesetzten eine ähnliche Haltung, wie sie in schlechten Ehen vorherrscht: einmal angeworben, dann als „Inventar" behandelt.

Was MitarbeiterInnen eines Unternehmens außer Lob und Anerkennung schätzen, sind Entwicklungsmöglichkeiten - fachlich sowie persönlich. Das kann zum Beispiel durch fachbezogene oder persönlichkeitsorientierte Trainings und Fortbildungen erfolgen. Im Sinne der MitarbeiterInnen-Bindung an das Unternehmen sind sicherlich diese Bereiche förderungswürdig, die im negativen Fall zu „innerlicher" oder tatsächlicher Kündigung führen:
• Innerbetriebliche und betriebsübergreifende Kommunikation
• Kultur der Anerkennung
• Maßnahmen zur Motivation und Förderung eines guten Betriebsklimas
• Gesundheitsförderung (Entstressung des Arbeitsplatzes)

Je größer die Zufriedenheit des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin, desto stärker seine /ihre Einsatzbereitschaft und Identifikation mit den Unternehmenszielen. Mit diesem Humankapital überleben Unternehmen auch in Krisenzeiten.
Unternehmen sind also gut beraten, wenn sie in die Ressourcen der vorhandenen MitarbeiterInnen investieren.

 

Albert A. Feldkircher

Selbst- oder Fremdbestimmt?
Gedanken zum Thema Zeitmanagement


Unterbrechungen oder der „Sägeblatt-Effekt":

Wenn jemand dauernd gestört oder in seiner Arbeit unterbrochen wird, tritt der bekannte „Sägeblatt-Effekt" in Erscheinung: wird er von seiner Aufgabe auch nur für einen kurzen Moment abgelenkt, so bedarf es bis zur erneuten Weiterarbeit an der gleichen Stelle einer zusätzlichen Anlaufs- und Einarbeitszeit. Mit der Unterbrechung ist die Konzentration weg und muss erst wieder neu aufgebaut werden. Das dauert seine Zeit. Addiert man diese Leistungsverluste einmal auf, so kann bis zu 28% unserer Zeit dadurch verloren gehen.

 

Für die Erledigung äußerst wichtiger Aufgaben ist es sinnvoll, möglichst störungsfrei arbeiten zu können. Was können Sie nicht alles erreichen, wenn Sie mal eine Stunde in Ruhe ungestört arbeiten können!


Wie ist das zu erreichen?
1. Sie müssen es wollen
2. Sie gestehen sich ein, dass Sie nicht rund um die Uhr erreichbar sein müssen. Das Geschäft läuft auch ohne sie eine Stunde normal weiter. Wenn Sie eine Besprechung haben, in einem Seminar oder auf Urlaub sind, sind Sie ja überhaupt nicht da und es geht trotzdem.
3. Sie bitten Ihre Mitarbeiter, Sie bei dieser störungsfreien Zeit zu unterstützen, z.B. Sie von Telefonaten und unangemeldeten Besuchen möglichst frei zu halten. Dazu ist es wichtig, dass Sie Ihre MitarbeiterInnen klar instruieren.

Ungestörte Zeitblöcke bringen Ihnen
• einen deutlchen Zeitgewinn
• das Gefühl der Selbstbestimmtheit (anstelle des Ferngesteuert-werdens)
• stressfreieres arbeiten

 

Albert A. Feldkircher